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Welche Kompetenzen braucht HR 2024?

Wie wird die Zukunft des Human Resources (HR) aussehen? Welchen Herausforderungen muss sich das HR stellen? Und welche Kompetenzen braucht es, um den Anforderungen im Jahr 2024 gerecht zu werden? In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die zukünftigen Herausforderungen für HR und die erforderlichen Kompetenzen für 2024.


Das Problem mit dem Wandel

In der heutigen schnelllebigen Welt, die von volatilen wirtschaftlichen Bedingungen, disruptiven Technologien und einem ständig wachsenden Fachkräftemangel geprägt ist, erlebt das Personalmanagement eine revolutionäre Transformation. Unternehmen stehen unter anderem vor der Herausforderung, sich an diese dynamischen Veränderungen anzupassen und gleichzeitig sicherzustellen, dass ihre Mitarbeiter motiviert, qualifiziert und engagiert bleiben.

 

Der Schlüssel dazu liegt unter anderem in der Fähigkeit des HR, sich den neuen Anforderungen anzupassen, neue Kompetenzen zu bilden und innovative Strategien zu entwickeln.


Die voranschreitende Digitalisierung hat nicht nur Arbeitsprozesse verändert, sondern auch die Art und Weise, wie Unternehmen Mitarbeiter:innen rekrutieren, entwickeln und binden. Gleichzeitig führt der Fachkräftemangel dazu, dass Unternehmen intensiver um hochqualifizierte Mitarbeiter:innen konkurrieren. In dieser dynamischen Umgebung entsteht eine komplett neue Erwartungshaltung an das HR. Sie müssen nicht mehr nur über traditionelle Personalmanagementkenntnisse verfügen, sondern auch über innovative, strategische sowie menschenzentrierte Fähigkeiten und Kompetenzen, um mit den Herausforderungen der Zukunft Schritt zu halten.

 

Diese Entwicklung wirft wichtige Fragen auf: Welchen aktuellen und künftigen Herausforderungen müssen sich das Personalmanagement stellen? Und welche neuen Fähigkeiten und Kenntnisse werden dadurch von HR-Expert:innen erwartet? Diese Themen sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, eine agile, talentorientierte Arbeitskultur zu schaffen, die sowohl den Unternehmenszielen, dem digitalen Wandel als auch den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht wird.

 

In diesem Kontext wird diese Diskussion einen genaueren Blick auf den Wandel des Personalmanagements werfen, der auf dem volatilen Markt, der Digitalisierung und dem Fachkräftemangel basiert. Wir werden die neuen Anforderungen an HR-Kompetenzen benennen und erläutern, wie HR-Expert:innen durch einen Kompetenzwandel den neuen Anforderungen der Arbeitswelt in 2024 gerecht werden können.

 

Was sind Kompetenzen?

Bevor wir uns den spezifischen Kompetenzen zuwenden, ist es wichtig zu verstehen, was der Begriff "Kompetenzen" im Kontext von HR bedeutet.

 

Kompetenzen sind nicht nur Kenntnisse oder Qualifikationen, sondern auch die Fähigkeit, diese in verschiedenen Situationen erfolgreich anzuwenden. Sie umfassen sowohl Hard Skills als auch Soft Skills.

 

Hard Skills beispielsweise beschreiben die technischen, messbaren Fähigkeiten, die für eine bestimmte Aufgabe erforderlich sind, während Soft Skills die zwischenmenschlichen und sozialen Kompetenzen darstellen, die eine positive Arbeitsumgebung schaffen und eine effektive Teamarbeit ermöglichen.


Die Herausforderungen des HR jetzt und in naher Zukunft

Das HR steht vor einem sich ständig verändernden und anspruchsvollen Umfeld, das von verschiedenen Herausforderungen geprägt ist. Diese Herausforderungen sind nicht nur aktuell, sondern werden sich auch in naher Zukunft weiterentwickeln, was eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung im HR-Bereich erforderlich macht.

 

Schauen wir uns die 5 wichtigsten Herausforderungen etwas genauer an.

 

Volatiler Wandel

Die Geschäftswelt ist geprägt von einem volatilen Wandel, der durch sich rasch ändernde Marktbedingungen, Corona (ja auch das Thema ist weiterhin präsent), politische Unsicherheiten und wirtschaftliche Schwankungen verursacht wird. Besonders die Belastungen durch die aktuellen Konflikte in Nahost und der Ukraine stellen eine große Herausforderung dar und werden auch 2024 noch eine große Rolle spielen.

 

Fachkräftemangel und Talentakquise

Der Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter wird intensiver, während gleichzeitig bestimmte Branchen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften erleben. Talentmanagement ist im Zeitalter des sich verschärfenden Wettbewerbs entscheidend. Angesichts der Gig-Economy müssen Unternehmen eine hybride Belegschaft aus verschiedenen Arbeitskräften managen und gleichzeitig die benötigten Fähigkeiten für die Zukunft identifizieren Die Studie "Creating People Advantage 2021" der Boston Consulting Group und dem World Federation of People Management befragte über 6.600 Teilnehmer aus 113 Ländern, zum Thema Zukunft des HR, dabei betonten 67% der Befragten die Notwendigkeit eines hochmodernen Ansatzes für das Finden, Verwalten und Pflegen von Mitarbeitern mit hohem Potenzial. HR steht also vor der Herausforderung, innovative Rekrutierungsmethoden zu entwickeln, um die besten Talente anzuziehen und gleichzeitig eine langfristige Mitarbeiterbindung sicherzustellen. Dies erfordert nicht nur traditionelle Rekrutierung, sondern auch ein tiefes Verständnis für Employer Branding.

 

Digitalisierung und technologischer Fortschritt

Die fortschreitende Digitalisierung verändert nicht nur die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, sondern auch die Erwartungen der Mitarbeiter:innen. HR muss nicht nur Technologien integrieren, um effiziente Prozesse zu gewährleisten, sondern auch sicherstellen, dass Mitarbeiter:innen die digitalen Fähigkeiten besitzen, um in einer digitalen Welt erfolgreich zu sein. Die Einführung neuer Technologien ist eine Herausforderung. Nur 37% der befragten Unternehmen der "Creating People Advantage 2021" Studie haben ausreichende digitale Tools, und lediglich 31% verfügen über ein unterstützendes HR-IT-System. Die Nutzung von KI, Datenanalyse und digitalen Kommunikationsplattformen wird also zunehmend zu einem Schwerpunkt für HR.

 

Vielfalt und Inklusion

Die Vielfalt am Arbeitsplatz ist nicht nur eine ethische Notwendigkeit, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Innovationskraft eines Unternehmens. HR muss sicherstellen, dass Arbeitsumgebungen inklusiv sind und dass Vielfalt in allen Formen respektiert und gefördert wird. Dies erfordert die Entwicklung von Sensibilität und Verständnis für kulturelle Vielfalt sowie die Implementierung von Strategien, die ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen.

 

Mitarbeiterzentriertes Arbeiten

In einer Zeit, in der immer mehr administrative Tätigkeiten von KI und AI übernommen werden, gewinnen zwischenmenschliche Beziehungen und emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz immer mehr an Bedeutung. Besonders der volatile Wandel und die damit einhergehende Mentale Belastung (Mental Health) der Mitarbeitenden, erfordert immer mehr Feingefühl und Sensibilität für das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen. Wer seine Mitarbeiter:innen nicht versteht, steigert nicht nur die Frustration, sondern auch den intrinsischen Wunsch das Unternehmen zu verlassen.


Insgesamt stehen HR-Expert:innen vor der Herausforderung, eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter zu finden. Durch neue HR-Kompetenzen kann eine positive Arbeitskultur geschaffen und gleichzeitig den Herausforderungen der heutigen und künftigen Arbeitswelt entgegnet werden.

 

Welche Kompetenzen braucht HR nun 2024?

 

Talentmanagement & Employer Branding

Die zukünftige HR muss ein fortschrittliches Talentmanagement entwickeln, das auf die Bedürfnisse einer hybriden Belegschaft eingeht. Um talentierte Fachkräfte zu halten, bedarf es starker Fachkenntnisse im Bereich Talent Management und Employer Branding. Mit diesem Know-how sensibilisieren sich HR-Experten für die Bedürfnisse der Talente und können passende Maßnahmen einleiten, um Talente zu identifizieren, zu binden und weiterzuentwickeln.

 

„Employee-centric Ansatz“ (Coach)

Ein bedeutender Trend ist der „Employee-centric-Ansatz“, der sich auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen konzentriert. Das HR entwickelt sich zu einem Berater für Mitarbeiter:innen und Unternehmen. Besonders die Rolle des Coaches welcher, vermittelt, entwickelt, versteht und unterstützt, kann in Zeiten des Wandels als Anker gesehen werden. Empathie und emotionale Intelligenz sind entscheidend, um Mitarbeitererfahrungen zu gestalten und Beziehungen aufzubauen. Dazu ist es wichtig Softskills wie aktives Zuhören, Einfühlungsvermögen, Teammanagement, sowie richtige Erkenntnisse ableiten und daraus Maßnahmen zu ergreifen, zu entwickeln.

 

Strategische:r Berater:in

Das HR wird sich in 2024 noch mehr zum Bindeglied zwischen Mitarbeitenden und der Unternehmensführung entwickeln. Sie sind Impulsgeber für die Strategische Unternehmensausrichtung. Dazu bedarf es der Fähigkeit strategisch zu denken sowie ein tiefes Verständnis für die Geschäftsziele. Dabei sollte ein:e HR-Expert:in in der Lage sein, Daten zu sammeln, zu analysieren und daraus Erkenntnisse abzuleiten. Dies ermöglicht die Identifizierung von Trends, die für das Unternehmen relevant sind. In einer globalisierten Welt muss HR zudem über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Dies ist wichtig für Unternehmen mit internationalen Teams oder Geschäftsaktivitäten.

 

Digitale Kompetenzen

Die Digitalisierung ist unaufhaltsam. HR-Expert:innen sollten in der Lage sein, moderne Technologien wie People Analytics, künstliche Intelligenz und cloudbasierte Anwendungen zu nutzen. Sie müssen in der Lage sein, digitale Tools effektiv zu nutzen und die Datenethik zu verstehen, insbesondere im Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten. Die Sage Studie „HR im Wandel - Ausblick auf 2024“ in welcher mehr als 1.000 Personalleiter und Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen weltweit befragt wurden, zeigt, dass 83 Prozent der befragten Personalleiter nicht über die richtige Technologie sowie dem dazugehörigen technischen Kompetenzen verfügen.

 

Fazit

Insgesamt wird HR im Jahr 2024 nicht nur als Unterstützer agieren, sondern als proaktiver Gestalter der Arbeitswelt. Durch einen ausgewogenen Ansatz, der technologisches Know-how, menschliche Sensibilität und strategische Weitsicht kombiniert, wird HR die Grundlage für eine erfolgreiche, motivierte und engagierte Belegschaft legen. Die Zukunft des HR liegt darin, eine Brücke zwischen Innovation und Menschlichkeit zu schlagen, um Unternehmen in eine stabile und nachhaltige Zukunft zu führen.

 

Wir bei virtus Consulting verstehen die Komplexität dieser Herausforderungen. Unsere HR-Expert:innen bieten nicht nur Einblicke in aktuelle Trends und Studienergebnisse, sondern auch maßgeschneiderte Lösungen für euer Unternehmen. Von der Entwicklung von Talentmanagementstrategien bis zur Implementierung digitaler HR-Tools helfen wir euch, die richtigen Kompetenzen zu identifizieren und zu entwickeln. Damit rüsten wir euch für die Anforderungen der modernen Arbeitswelt optimal aus und wirken künftigen Volatilitäten entgegen.


Autorin: Lisa Hartmann, HR Business Partner und HR-Consultant bei virtus Consulting. Hat ihren Master im Bereich Human Ressource Management gemacht und unterstützt nun Unternehmen dabei, langfristig eine innovative und ausgeglichene Arbeitswelt zu gestalten.

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